In den sich immer weiter ausdifferenzierenden Sozialwissenschaften beschäftigen sich immer mehr Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen mit dem Prozess der europäischen Integration und mit europäischer Politik. Die Spezialisierung erschwert jedoch kontroverse Debatten über Forschungsfragen aus unterschiedlichen Perspektiven. Dass vor den für einen interdisziplinären Austausch erforderlichen Übersetzungsleistungen zwischen unterschiedlichen Disziplinen zurückgeschreckt wird, mag noch einleuchten, dass aber auch innerhalb der Disziplinen – zumindest in der deutschen Politikwissenschaft – die übergreifende Debatte erlahmt, ist nicht nur bedauerlich, sondern der Forschung abträglich.

Gleichzeitig findet sich angesichts der multiplen Krisen, denen sich die Europäische Union gegenübersieht, eine Vielzahl an Initiativen, die sich mit Visionen für Europa befassen und Positionspapiere veröffentlicht haben. Auch hier fehlt eine übergreifende Debatte, die angesichts des wachsenden Einflusses der EuropaskeptikerInnen auf die politische Agenda notwendiger ist denn je. Aus den vorgelegten Positionierungen erwachsen einzelne Projekte, eine gemeinsame Initiative bleibt bisher aber aus, was inzwischen zumindest schon beklagt wird.

Die Diskussionen auf dem Jungen Wissenschaftlichen Direktoriums (JuWiDi) des Instituts für Europäische Politik (IEP) haben gezeigt, dass IEP und der Arbeitskreis Europäische Integration (AEI) mit dieser Einschätzung nicht alleine stehen. Sowohl innerhalb der Wissenschaft als auch zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft besteht Potenzial, die Zusammenarbeit für ein besseres Europa zu intensivieren, so die Einschätzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Um für diesen Austausch eine Plattform zu schaffen, die über den Tag hinaus existiert, genügt es jedoch nicht, Vertreterinnen und Vertreter aus den verschiedenen Bereichen zu vernetzen. Ein Netzwerk um seiner selbst willen hat keinen Bestand. Um ein solches zu etablieren – so das Signal des JuWiDi – müssen sich die Aktiven ein gemeinsames Ziel setzen, auf das sie zuarbeiten. Als gemeinsame Plattform soll hier das Europawissenschaftliche Netzwerk Deutschland (END) und das Junge Europawissenschaftliche Netzwerk (JEN) fungieren.

Wie könnte ein solches Ziel und eine gemeinsame Vision für die Zukunft Europas aussehen? Welche Themen und Problemfelder sollen behandelt werden? Um diese Fragen zu beantworten, hat das Institut für Europäische Politik (IEP) zusammen mit dem Jungen Europawissenschaftlichen Netzwerk (JEN) des Europawissenschaftlichen Netzwerks Deutschland (END) und der Europäischen Akademie Otzenhausen (EAO) in enger Zusammenarbeit mit Polis180 und den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) sowie European Horizons das Projekt „Alternative Europa!“ initiiert. Weitere Kooperationspartner sind der Arbeitskreis Europäische Integration (AEI), das Centre International de Formation Européenne (CIFE), das Projekt „TruLies: The Truth about Lies on Europe“, die Universität Hamburg und die Universität Hildesheim.

Weitere Informationen finden sich in der Concept Note. „Alternative Europa!“ ist eine integratives Projekt und lebt vom Engagement und den unterschiedlichen Hintergründen seiner TeilnehmerInnen. Informationen rund um anstehende Veranstaltungen oder über Möglichkeiten des Mitmachens findet ihr hier…

Im Kick-Off-Workshop haben sich Arbeitsgruppen konstituiert, die sich vertieft mit Zukunftsvisionen für konkrete Politikbereiche beschäftigen. Die Arbeitsgruppen bilden den Kern und das Grundgerüst von #ALTEU!.

Arbeitsgruppen:

 Querschnittsgruppen: